Hätten Sie es gewußt?
Aufklärung eines Begriffes
Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen bei der Frage, was Faschismus oder faschistische Systeme sind, einem groben Irrtum unterliegen.
Die Umerziehung seit dem sogenannten »Ende« des 2. Weltkrieges läßt hier erhebliche Mißverständnisse aufkommen. Mit Faschismus verbinden die meisten, wenn sie gefragt werden, entweder Hitler oder Mussolini. Das ist zwar nicht falsch, jedoch unvollständig. Denn die typischen Merkmale eines faschistischen Staates sind nicht unbedingt Fahnen, Marschkolonnen und Uniformen in militaristischen Massenritualen. Das ist nur eine von vielen Varianten.
Um die Bedeutung des Faschismus zu verstehen, müßen wir uns das Wort genauer anschauen, denn hier finden wir die Erklärung, in seinem Ursprung. Und der kommt aus dem Lateinischen. Denn er ist angelehnt an das lat. Wort fasces, welches Rutenbündel bedeutet.
Benito Mussolini hat dies aufgegriffen in seinen fasci di combattimento (Kampfbünde). Er tat dies in Anlehnung an das Römische Reich, dort waren die fasci ein Symbol der Macht, welches die antiken Liktoren vor den höchsten römischen Beamten (Konsuln, Prätoren, Diktatoren) her trugen. Außerhalb des antiken Roms trugen sie ein Rutenbündel mit einem darin eingewickelten Beil (Liktorenbündel, ital.: littorio) mit sich.
Seit der Französischen Revolution wurde das Symbol im Sinne der Volkssouveränität umgedeutet als Staatsgewalt, die das Volk innehaben sollte. Das italienische Wort für »Bündel« bezieht sich auch auf Bünde, also Verbände. In diesem Sinn wurde der Plural fasci seit etwa 1870 für Gewerkschaften, Bauernverbände und andere Interessenverbände verwendet.
Das Rutenbündel wurde nach dem Ersten Weltkrieg zum offiziellen Zeichen der von Mussolini geführten italienischen Bewegung. Er nutzte alle drei Symboldeutungen – Zentralgewalt, Volksherrschaft und Zusammenhalt – für seine Propaganda, etwa in Monumentalbauten wie dem Siegesdenkmal Bozen und seiner Standarte.
Doch wie immer ist ein Wort an sich neutral. Erst der Geist, welcher hinter ihm steht und die Richtung vorgibt, bestimmt die Energie und die treibende Kraft. Daher ist die Erklärung von Fritz Schotthöfer, der bereits 1924 in seinem Buch Il Fascio niederschrieb, wahrscheinlich am geeignetsten, um faschistische Tendenzen auszumachen bzw. Faschismus zu erkennen.
»Der Faschismus hat einen Namen, der an sich nichts sagt über den Geist und die Ziele der Bewegung. Ein Fascio ist ein Verein, ein Bund, Fascisten sind Bündler, und Fascismus wäre etwa Bündlertum«.
Halten wir einfach die Essenz fest, es geht um die Bündelung von etwas. Einen Bund...
Betrachten wir die heutigen Landschaften der Politik weltweit, so stellen sie sich so dar, dass überwiegend nicht die Politiker das Sagen und Entscheiden haben (ganz zu schweigen vom Volk) sondern die Wirtschaft. Die Kartelle, Verbindungen, Stiftungen (Foundations), Nicht-politische-Organisationen (NGO's) usw.
Gibt es nicht im Volksmund ein Sprichwort, dass da heißt: »Wer zahlt, schafft an«?
